Editorial 2019

Liebe Kleingärtner/innen, 

„Wenn Ihr ein Schiff bauen wollt, so fangt nicht damit an, Holz zu sammeln, Planken zu schneiden und die Arbeit einzuteilen, sondern erwecket in den Menschen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer“. (Antoine de Saint- Exupéry)

Sie sind Mitglieder unserer Kleingartenbewegung geworden aufgrund Ihres Wunsches, eine Gartenparzelle zu erhalten und dadurch etwas Bewegung, eine gesunde Ernährung, eine Freizeitbeschäftigung im Grünen, inmitten von Freunden zu haben. Ihr Verhalten auf der Parzelle ermöglicht Ihnen auch, zu einer gesunden Umwelt, einer besseren Lebensqualität in den Städten, beizutragen, sowie auf den Klimawandel zu reagieren.

Um diese Vision in die Tat umzusetzen, müssen wir den Impakt unseres Handelns maximieren. Hierzu braucht unsere Organisation, national und international, sowohl eine gute Gesundheit als auch die richtigen Mittel um ihre Ziele zu erreichen.

Wir sind eine Mitgliederorganisation. Mancherorts stagnieren die Mitgliederzahlen. So müssen wir uns zuerst mit dem Problem unserer Mitglieder beschäftigen, neue Mitglieder willkommen heißen, sie eingliedern, ihnen Dienstleistungen und Hilfe anbieten.

Wir müssen junge Menschen anziehen, die Resistenz langjähriger Mitglieder zu Änderungen überwinden, die angebliche Unangepasstheit unserer Anlagen, unseres Handelns hinterfragen, reagieren und attraktiver werden. Unsere Diskretion, unsere häufige Abwesenheit oder nicht optimales Erscheinen in den sozialen Medien ändern, die Vorteile unseres gemeinsamen Handelns und unseres Netzwerkes unterstreichen, Projekte, Aktivitäten organisieren und Ausbildung anbieten.

Nicht alle Vereine und Verbände sind genügend motiviert, einen Impakt zu erzielen, zu wissen was andere Verbände tun, wie sie an Projekten teilnehmen sollen um vereint stärker zu werden. Sie müssen sich jedoch so aufstellen dass sie wirksam arbeiten können und attraktiv werden um in die Lebensplanung der Mitglieder zu passen. Sie können nicht mit den jeweiligen Prioritäten der Menschen: Beruf, Familie, Freizeit konkurrieren. Sie müssen sich im Gegenteil so „vermarkten“ dass sich ein Interessent so angezogen fühlt, dass er sie in seine Lebensplanung, seine Prioritäten, eingliedert.

Verschiedene Verbände haben schon ihre Statuten geändert, andere Verbände sowie das Office, sind dabei dies zu tun um wirksamer zu werden, die heutigen Begebenheiten zu berücksichtigen und unsere Vision zukunftsgerecht zu vermitteln.

Das unwiderrufliche Verschwinden von Pflanzen und Tieren ist wohl bekannt und wird immer mehr eine Sorge der Bürger. Wir müssen deshalb dieses Thema vermehrt auf allen Ebenen aufgreifen und Projekte durchführen, um zu reagieren. Kleingärten sind Refugien für Tiere und Pflanzen. Bodenanalysen, Schulungen über naturgerechtes Gärtnern müssen weiter durchgeführt werden.

Als Hilfestellung für alle Kleingärtner ist das Office am Ausarbeiten einer Broschüre: „ Der Boden lebt“. Dank der Verleihung der Office-Ehrenurkunden „Natürliches Gärtnern“ haben wir auch eine Datenbank, die für alle eine Anregung sein und als Beispiel einer guten, fachlichen Praxis dienen kann.

Hinterfragen Sie Ihr Handeln und geben Sie sich nun im kommenden Jahr die Mittel unsere Kleingärtnervisionen wirksam in die Tat umzusetzen.

Ich wünsche Ihnen für 2020 sowohl eine gute Gesundheit, wie auch Mut, Ambition, Ausdauer und Erfolg, und bedenken Sie was der US Schriftsteller Hal Borland (1900 – 1978) gesagt hat: „ Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat“.      

Malou Weirich
Generalsekretärin des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux