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Fachthemen > Soziales |
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Das alte Image überwinden |
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Als das organisierte Kleingartenwesen entstand, verfolgte jede der historischen Wurzeln spezielle Ziele. (05.07.2007, Rudolf Trepte) |
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Letztlich ging es darum, mit Kleingärten für die Angehörigen der ärmeren sozialen Schichten die Ernährung aufzubessern und die Gesundheit zu fördern. In der (besseren) Gesellschaft wurden Kleingärtner meist als Randgruppe betrachtet und als Laubenpieper, Vereinsmeier, unpolitische Menschen oder Eigenbrötler diskriminiert.
Zum negativen Image tragen aber auch die Kleingärtner selbst bei. Das Fernbleiben vom Vereinsleben und das Zurückziehen in den eigenen Garten fördert die Meinung, dass das Kleingartenwesen nicht den Gemeinnutz, sondern vor allem den Eigennutz fördere -und das sogar noch per Gesetz! Das Überbetonen der Erholung und das Ablehnen der Forderung, mindestens ein Drittel der Fläche für den Anbau von Obst und Gemüse einzusetzen, macht es schwer, die kleingärtnerische Nutzung als Einheit der Erzeugung von Gartenbauerzeugnissen und Erholung nachweisen zu können.
Das Kleingartenwesen hat neben dem Selbstversorgungs- und Gesundheitsaspekt stets noch andere Seiten gehabt. Sich auf diese wieder zu besinnen und sie zu aktivieren, trägt wesentlich dazu bei, das negative Image abzubauen. Wenn wir mit dem negativen Image aufräumen wollen (und müssen), sollten wir erstens das Überlieferte bewahren, für das Heute erschließen und Neues einbringen. Zum Zweiten sollten wir bei unserem Handeln stets auch die Sichtweise unserer Kritiker nutzen, um sie widerlegen zu können. Und drittens sollten wir anderen nicht Felder überlassen, die wir oft besser bearbeiten können.
Der Abwertung als „Vereinsmeierei" können wir doch die Vorzüge einer starken Organisation entgegensetzen. Geselliges Leben führt die Mitglieder zusammen. Starke Vereine können in der Gemeinde viel bewegen, sich in das gesellschaftliche Leben bei örtlichen kulturellen Höhepunkten einbringen und damit Anerkennung erringen. Das trifft auch für die Verbände zu. Das Erreichen hoher Erträge gehört zum Kleingärtner, erfüllt ihn mit Stolz - nicht nur beim Wettbewerb um die schönste, größte oder skurrilste Frucht.
Die „Tafelgärten" in Leipzig sind der beste Beweis dafür, dass hohe Erträge sehr nützlich sind, um soziale Aufgaben zu erfüllen; hier deckt die „Tonnenideologie" manchen Tisch bedürftiger Mitbürger reicher. Über den eigenen Gartenzaun hinaus zu blicken und entsprechend zu handeln zeigt, dass die Kleingartennutzung nicht nur Eigennutz ist. Gepflegte Gärten laden Besucher der Anlage zum Verweilen ein. Biotope, Streuobstwiesen, eine vielfältige Flora und Fauna sowie das Erhalten von vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten durch sachgerechte Gartenbewirtschaftung widerlegt am besten den Ruf, Kleingärtner seien „Giftspritzer" und die größten Umweltfeinde der Nation. Das Öffnen der Kleingartenanlagen für die Allgemeinheit durch ihre Einbindung in Wanderwege und durch organisierte Kleingartenwanderungen erhöhen unser Image. Eine wichtige gemeinnützige Funktion ist es auch, den Kindern Natur und Umwelt erlebbar zu machen. Freie Gärten bieten sich als Schulgärten, als Garten zur Selbstbetätigung für geistig und körperlich behinderte Kinder, als Lehr- und Demonstrationsgärten und anderes mehr an.
Beispiele für die Möglichkeit, das negative Image loszuwerden, gibt es mehr als genug – aber es sind nur einzelne Leuchttürme. Ein Mehr würde für uns nützlicher sein. Es gibt viele Arbeitslose, viele an den Rand der Gesellschaft gedrängte Menschen und viele rüstige Rentner(innen). Wer will, findet beim Mitmachen und bei der Betreuung von für das Kleingartenwesen geradezu prädestinierten Vorhaben wie bei der Pflege der Vielfalt von Flora und Fauna, bei der Förderung und Erhaltung kulturhistorisch bedeutsamer Pflanzenarten und -Sorten sowie bei ihrem Einbringen in die Umwelterziehung der Kinder ein nützliches und dankbares Betätigungsfeld, das sich aus der Natur der Sache selbst ergibt. Packen wir es an - zu unser aller Nutzen.
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