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01.04.2014

Rettungsaktion des Netzwerkes Pflanzensammlungen in der Abtei Neuburg

Bedeutende Heidelberger Efeusammlung erstrahlt im neuen Glanz

Geballte Tatkraft, Spaß am gemeinsamen Gärtnern und wissenschaftliche Akribie –
diese Stichworte beschreiben das Pflegeaktionswochenende zur Rettung der bedeutenden
Efeusammlung der Abtei Neuburg in Heidelberg am 22. und 23. März 2014 vielleicht am besten.

Dazu aufgerufen hatte das Netzwerk Pflanzensammlungen über die Deutsche Gartenbau-
Gesellschaft 1822 e.V. zusammen mit der Deutschen Efeu-Gesellschaft e.V., um der 520 Arten und Sorten umfassenden Pflanzensammlung des verstorbenen Bruder Ingobert Heieck wieder zu neuem Glanz zu verhelfen.

27 ehrenamtliche Helfer, darunter Mitglieder der Gesellschaft der Staudenfreunde, der Deutschen Efeu-Gesellschaft und der Deutschen Kakteen-Gesellschaft, aber leidenschaftliche Gärtner aus der Region widmeten sich der Pflege der umfangreichen Efeusammlung in der Gärtnerei des Klosters. Alle Efeusorten wurden zunächst verifiziert, mit Etiketten versehen, zurückgeschnitten, fotografiert und die komplette Sammlung dokumentiert.

Begonnen hatte alles mit Ingobert Heieck, der zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Abtei die Klostergemüsegärtnerei in einen Efeuspezialbetrieb umrüstete. Der Mönch investierte viel Lebenszeit in die Gattung Efeu, sammelte Sorten aus aller Welt, selektierte bedeutende Auslesen, legte eine Literatursammlung an und war Autor vieler Bücher und Beiträge in Fachzeitschriften. So gelangte die Efeugärtnerei schnell zu großer Popularität und war 1993 Anlass zur Gründung der Deutschen Efeu-Gesellschaft. Nach Bruder Ingoberts Tod wurde die Gärtnerei verpachtet, die Efeuproduktion weitgehend eingestellt, die Sammlung aber in einem Schaugewächshaus untergebracht.

Doch es bestand Gefahr: Die Sammlung geriet einen schlechten Zustand und drohte verloren zu gehen. Das Netzwerk Pflanzensammlungen – ein Projekt der Deutschen Gartenbaugesellschaft zur Erhaltung der genetischen Vielfalt bei Zierpflanzen und eine Art Task Force für bedrohte Sammlungen – griff ein und machte sich auf die Suche nach einem neuen Standort, um die wertvolle Sammlung zu erhalten. Gesichert wird die Sammlung durch die Erfassung in der Deutschen Genbank Zierpflanzen: Pflege und fortlaufende Dokumentation sind durch eine Patenschaft mit dem Verein der Gartenkultfreunde Deutschland sichergestellt.