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30.04.2013

Neues Saatgutrecht in der EU

Meldungen zur Novellierung der EU-Saatgutverordnung schreckten Hobbygärtner in der ganzen Republik auf: So hieß es in verschiedenen Medienbeiträgen, dass neben Landwirten zukünftig auch Haus- und Kleingärtner nur noch lizenziertes Saatgut verwenden dürfen und der Tausch von nachgebautem Saatgut untereinander als strafbar gelte.

Die EU-Kommission weist inzwischen über ihre Pressestelle solche Medienberichte über Regulierungspläne für den Obst- und Gemüseanbau in Hobbygärten zurück. Privatgärtner können auch in Zukunft ihr Saatgut wie bisher verwenden, so die Kommissare. Freizeitgärtner sollen von den neuen Regelungen zur Tier- und Pflanzengesundheit, die die Kommission Anfang Mai vorstellen wird – entgegen anderslautenden Meldungen – nicht betroffen sein, so die Kommission.

Die neuen Regeln sollen ausschließlich für professionelle Akteure, wie beispielsweise Landwirte oder Gartenbaubetriebe, die pflanzliches Saatgut erzeugen, gelten. Für Kleinstunternehmen soll es jedoch Ausnahmen geben, um für sie die administrativen Hürden und Kosten zu minimieren. Die Anforderungen bezüglich Kennzeichnung und Verpackung sollen gering sein. Auch für alte Sorten sollen schwächere Regeln gelten.

Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) geht davon aus, dass die geplante neue Saatgutregulierung der EU-Kommission im Bereich des Kleingartenwesens und der Hobbygärtnerei nicht zur Anwendung kommen wird. Gemäß § 1 Bundeskleingartengesetz werden die Parzellen den Nutzern zur nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf überlassen. Der BDG wird die weitere Entwicklung der betreffenden EU-Regelung fachlich begleiten und ggf. im Interesse der Gartenfreunde und Hobbygärtner Einfluss nehmen.


Links:
» http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de
» www.campact.de/
» www.ots.at/presseaussendung
» www.kleinezeitung.at