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02.04.2015

Kleine Gärten in Europa

Kleingärten Europas standen im Mittelpunkt der Vorträge und Arbeitsgruppengespräche vom 19. bis 21. März an der Frederick Universität in Nikosia. Das Gesamtprojekt „Urban Allotment Gardens in European Cities“ ist eingebunden in das EU-Programm COST (EUROPEAN COOPERATION IN SCIENCE AND TECHNOLOGY). COST bietet europäischen Wissenschaftlern die Möglichkeit ein bestimmtes Forschungsprojekt in Kooperation mit anderen Staaten auf den Weg zu bringen und Erfahrungen auszutauschen. 166 Wissenschaftler, Studenten und Mitarbeiter von Instituten und Behörden aus 30 europäischen Ländern sind zurzeit am Projekt beteiligt. Vertreter der Kleingartenbewegung aus Luxemburg, Frankreich, Niederlande und Deutschland haben an der Tagung teilgenommen und ihre nationalen Erfahrungen mit eingebracht.

Kleine Gärten in Europa sind so bunt und unterschiedlich wie ihre Nutzer. Ob „traditionelle Kleingärten“, community Gärten, interkulturelle Gärten, Schulgärten – was alle Gartentypen eint, ist ihr enormes soziales Potential für die Bewohner in den Stadtquartieren.

Herve Bonnavoud, Präsident der französischen Kleingärtner, und Jeanne Pourias von der AgroParisTech-Universität stellten unterschiedliche Entwicklungen innerhalb der französischen Kleingartenszene dar. Neben Kleingartenanlagen mit „traditionellen“ großen Parzellen für die Dauernutzung gibt es mittlerweile in französischen Großstädten auch Kleinstparzellen von wenigen Quadratmetern für eine zeitlich begrenzte Nutzung.

Andreas Wesener, Lincoln Universität Christchurch, Neuseeland, berichtete über spontane Gartengründungen in Christchurch und Umgebung, wo nach einem starken Erdbeben 2013 kein Stein auf dem anderen blieb und letztendlich auch das gewohnte Zusammenleben der Menschen zerbrach. Auf Freiflächen versuchen sie heute wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, mit kleinen Gärten als Orte der Kommunikation und des Anbaus von Früchten und Blumen.

In vier Arbeitsgruppen wurden weitere Inhalte für das neue Buch über „Kleingärten in Europa“ erörtert.

Im Rahmen der Arbeitsgruppengespräche diskutierten die Teilnehmer intensiv über die Leser-Zielgruppe. Angesprochen werden sollen in erster Linie Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung, aber auch Vereine und Organisationen, die vor Ort die Gartenbewegung voran bringen wollen. „Wir brauchen mehr interaktives Grün, Kleingärten zum Anfassen“, das ist übereinstimmend europaweit die Meinung der Experten dieser Tagung.

Werner Heidemann, BDG-Präsidiumsmitglied