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01.02.2013

Der Holzapfel – Baum des Jahres 2013


Eine schöne, unscheinbare und fast vergessene Wildobstart steht 2013 im Mittelpunkt: der Wild-Apfel. Der auch als Holzapfel bekannte Malus sylvestris bevorzugt in seiner Heimat Europa Auwälder, Hecken und Gebüsche in Böden nah an der Nässegrenze. Viele natürliche Standorte des Holzapfels sind durch menschlichen Einfluss leider in großem Maßstab verloren gegangen. Seine potenziellen Standorte schwinden in dem Maße, in dem kleinteilige Feldstrukturen großen Agrarflächen weichen müssen. In den wenigen übrig gebliebenen Biotopen wie Feld- und Waldränder zieht der Wildapfel im harten Konkurrenzkampf mit anderen Baumarten um Licht meist den Kürzeren. Das Überleben vieler Wildapfelsämlinge wird durch starken Wildverbiss zusätzlich erschwert.

Warum ist der Wildapfel zum Baum des Jahres gewählt worden? Zum einen ist er ein Kulturgut, das seit Jahrtausenden zu Pflanzenvielfalt unserer Region gehört und von den Menschen, die hier siedelten, auch zu Nahrungszwecken genutzt worden ist. Zum anderen ist er ein Element der einheimischen Flora und damit schützenswert. Die Bäume sind im Frühjahr mit ihren üppigen weiß-rosa Blüten beeindruckendes Landschaftselement. Sie sind ökologische Nische für Kleinlebewesen und zugleich Bienenweide und Futterstelle für Wild und Vögel. Weil der Wildapfel zur Höhlenbildung neigt, bietet er nachtaktiven Tieren wie Fledermäusen Unterschlupf und ist Brutstätte für seltene Tierarten wie dem Steinkauz.

Zum Internationalen Seminar der europäischen Kleingärtner – eine Veranstaltung des Bundesverband Deutscher Gartenfreunde und des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux im August wollen die Gartenfreunde deshalb ein Zeichen setzen und einen Wild-Apfel Berlin pflanzen.