StartseiteNews1000 Gärten – Das Soja-Experiment
29.03.2016

1000 Gärten – Das Soja-Experiment

2400 Gärtner pflanzen mit beim Soja-Experiment „1000 Gärten“

Die Soja-Züchtungsinitiative des Bio-Tofuherstellers Taifun und der Uni Hohenheim geht im April in die nächste Phase

Mit so einer großen Resonanz hatten sie nicht gerechnet: Im Dezember 2015 riefen der Freiburger Tofuhersteller Taifun und die Landessaatzuchtanstalt der Uni Hohenheim Hobbygärtner, Profigärtner und Landwirte dazu auf, an der Soja-Züchtungsinitiative „1000 Gärten – Das Soja-Experiment“ teilzunehmen. Ziel der Initiative ist es, neue kühleresistente und für die Herstellung von Tofu geeignete Sojasorten zu züchten, die in Deutschland heimisch werden. Dem Aufruf sind mit gut 2400 Teilnehmern mehr als doppelt so viele Menschen als erwartet gefolgt. Darunter finden sich neben vielen interessierten Hobbygärtnern auch zahlreiche Schulen, Landwirte, Vereine und öffentliche Gartenprojekte. Ab Anfang April versendet die Landessaatzuchtanstalt der Uni Hohenheim die Saatgutkits an die Teilnehmer. Bereits ab dem 22. März geht der Gärtnerblog auf www.1000Gärten.de online. Dort können alle Interessierten die teilnehmenden Gärtner kennenlernen sowie erste Erfahrungen der Gärtner, Tipps und Tricks von den Soja-Profis und Hintergrundinformationen rund um Soja mit verfolgen.

Der Aufruf zur Teilnahme am Soja-Experiment „1000 Gärten“ stieß sowohl in den großen Ballungszentren Deutschlands als auch in ländlichen Gebieten auf offene Ohren. Aus allen Regionen Deutschlands, in denen Ackerbau betrieben wird, haben sich Soja-Gärtner angemeldet. Sie alle stellen in ihrem Garten eine Fläche von sechs bis zwölf Quadratmetern für die Aussaat von insgesamt 1000 Sojakreuzungen zur Verfügung. Neben Hobbygärtnern, die Soja als Pflanze kennenlernen möchten, sind auch zahlreiche Schulen, Universitäten, Urban Gardening-Organisationen, solidarische Landwirtschaften, aber auch Landwirte und professionelle Gärtner angemeldet.

Gemeinsam für den heimischen Sojaanbau
Die Gründe mitzumachen sind vielfältig: Sei es um einen Beitrag zum Umweltschutz, zur pflanzlichen Ernährung und zum Tierwohl zu leisten, um den Boden zu verbessern oder einfach nur um Soja als Pflanze kennenzulernen – alle Gärtner haben dabei eines gemeinsam: Sie möchten bei der Züchtung von Sorten, die auch in kühleren Regionen wachsen, mithelfen und damit den regionalen Sojaanbau für den menschlichen Verzehr voranbringen. Denn bisher gedeiht die Sojabohne vor allem in klimatisch milden Regionen Deutschlands, wie dem Oberrheingraben oder günstigen Lagen in Bayern.

Mitpflanzen – Soja erleben
Anfang April verschickt die Landessaatzuchtanstalt an alle Teilnehmer ein Saatgutkit bestehend aus zwölf Saatguttütchen mit zwölf verschiedenen Sojastämmen, zwölf Stecketiketten, einem Tütchen mit Knöllchenbakterien und einer Anbauanleitung. Die Knöllchenbakterien leben in Symbiose mit den Sojabohnen, sie binden Stickstoff und machen ihn für die Sojabohnen biologisch verfügbar. Sobald der Boden auf 10°C erwärmt ist und eine warme Wetterperiode vorhergesagt wird, können die Sojabohnen ausgesät werden. Je nach den klimatischen Gegebenheiten findet die Saat ab Mitte April in den milderen Regionen Süddeutschlands statt. In Norddeutschland oder in Höhenlagen müssen sich die Gärtner wahrscheinlich bis Anfang oder sogar Mitte Mai gedulden. Von Mitte Juni bis Ende Juli zeigen sich die kleinen, eher unscheinbaren Sojablüten, die im August bis September Hülsen ausbilden. Idealerweise sind die Hülsen ab Mitte September erntereif und können schließlich an die Landessaatzuchtanstalt zur Auswertung geschickt werden.

Soja zum Kennenlernen
Für all diejenigen, die nur einen kleinen Garten haben oder Sojabohnen auf dem Balkon kultivieren möchten, bietet Taifun Saatguttütchen mit „Soja zum Kennenlernen“ an. Die Tütchen enthalten 20 Sojabohnen der Sorte Primus und sind im Zeitraum von März bis April im Bio-Fachhandel erhältlich.

Über Taifun
Mit seiner Bio-Marke Taifun ist das Freiburger Unternehmen Life Food Marktführer für Tofu in Deutschland. Die Sojabohnen für das derzeit rund 30 Produkte umfassende Sortiment stammen ausschließlich aus ökologischem Landbau, davon rund 90 Prozent aus europäischer Herkunft. Mit den Landwirten pflegt Life Food langfristige und vertraglich abgesicherte Geschäftsbeziehungen. Das firmeneigene „Landwirtschaftliche Zentrum für Sojaanbau und Entwicklung“ (LZ Soja) setzt sich bereits seit sechs Jahren für die Sortenentwicklung ein. Seit 2013 beteiligt sich das LZ Soja zudem am Projekt „Soja-Netzwerk zur Ausweitung des Sojaanbaus in Deutschland“ im Rahmen der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie.


Download Anbaukarte: 1603_soja_karte.pdf