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10.07.2015

BDG bewirbt sich um Aufnahme in Weltkulturerbeliste

Damit das weltweit vorhandene traditionelle Wissen und Können erhalten bleibt, hat die UNESCO 2003 das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Mehr als 160 Staaten sind inzwischen der völkerrechtlich verbindlichen Konvention, die 2006 in Kraft trat, beigetreten.

Formen immateriellen Kulturerbes sind entscheidend von menschlichem Handeln getragen. Sie sind Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist, vermitteln Identität und Kontinuität. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und fortwährend neu gestaltet. Zu den Ausdrucksformen gehören etwa Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen wie auch Bräuche, Traditionen und Handwerkskünste. Das Übereinkommen bezieht sich auf lebendige Ausdrucksformen kulturellen Erbes.

Da die Bewerbung auf Ebene der Bundesländer erfolgen muss, stelle der Landesverband Sachsen der Kleingärtner stellte im Auftrag des BDG und stellvertretend für das Kleingartenwesen in Deutschland den Antrag auf Aufnahme in die Weltkulturerbeliste. Als Begründung für die Aufnahme als kulturelle Ausdrucksform hebt der BDG die natur- und umweltrelevante Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zum Thema Gartenbewirtschaftung hervor. Kleingärtner bewahren durch die Weitergabe ihres Wissens um den Anbau und die Kultur von Nahrungs- und Zierpflanzen sowie um die Verwertung von Gartenbauprodukten den Gartenbau als gesellschaftliches Kulturgut. Landwirtschaftliches und gartenbauliches Wissen, das früher selbstverständlich von Generation zu Generation weitergetragen wurde, droht heute in Vergessenheit zu geraten. Hier leisten Kleingärtner und Kleingärtnerinnen durch ihr Hobby einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung dieses Wissens und dessen Weitergabe an die nächste Generation.

Die Bewerbungsrunde endet im Oktober 2015. Eine Entscheidung über die Aufnahme in die Liste für Deutschland fällt die Kultusministerkonferenz.