StartseiteNewsHendricks besucht Kleingärten
31.08.2016

Stadtgrün – vielfältig und integrationsstiftend


Bundesministerin Barbara Hendricks besuchte auf ihrer Sommertour 2016 Kleingarten­anlagen im Schöneberger Südgelände von Berlin

Mit 25 Kleingartenanlagen und knapp 2.700 Parzellen ist das im Berliner Stadtbezirk Tempelhof-Schöneberg gelegene Südgelände inmitten dichter Wohnbebauung Europas größte zusammenhängende Kleingartenfläche. Konzentriert auf knapp 75 Hektar lässt sich dort alles finden, was das Berliner Kleingartenwesen in städtebaulicher, ökologischer, gartenkultureller und sozialer Hinsicht ausmacht und über die Grenzen der Anlagen hinaus als positive Impulse ins Wohnumfeld sendet. Um sich davon einen Eindruck zu verschaffen, machte die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz Bau und Reaktorsicherheit Barbara Hendricks auf ihrer diesjährigen Sommerreise auf Einladung des Landesverbandes (LV) und des Bezirksverbandes (BV) Schöneberg-Friedenau am 26. August im Südgelände Station. Dem Begrüßungskomitee gehörten LV-Präsident Günter Landgraf, LV-Schatzmeister Gert Schoppa, LV-Vize-Präsident Karl-Franz Bothe der BV-Vorsitzende Reiner Brockschmidt, BDG-Vizepräsident Dirk Sielmann, BDG-Geschäftsführer Stefan Grundei sowie als Bezirksvertreter Baustadtrat Daniel Krüger an.

Unter dem Dach des Bezirksverbands Schöneberg gehen rund 10 000 Gartenfreunde aus 12 Nationen ihrem Hobby nach. Damit das Kleingartengrün für Menschen mit und ohne Behinderung künftig gleichermaßen erlebbar ist, erarbeiten Bezirksverband und Kommune derzeit gemeinsam das Konzept „Barrierefreies Südgelände“. Reiner Brockschmidt informierte zu Beginn des Rundgangs auch darüber, dass eingebettet in die Kolonie Canova die Integrations-Kita Riemenschneiderweg liegt. Der Natur-Erlebnisraum Kleingarten gehört zum pädagogischen Konzept der Einrichtung. Gefahrlos könnten die Kinder hier spielen und ihre Umwelt entdecken, hob die stellvertretende Leiterin Katrin Wanke-Greiner hervor.

Durch die Zusammenlegung des Bau- und Umweltministeriums in dieser Legislaturperiode kann Barbara Hendricks einen Arbeitsschwerpunkt ihres Ministeriums bei der Stadtentwicklung auf den Erhalt und Ausbau grüner Flächen und dem Naturschutz legen. Dazu wurde vor knapp einem Jahr das „Grünbuch Stadtgrün“ veröffentlich, wo erstmals ressortübergreifend der Wissenstand zum urbanen Grün zusammengefasst wurde. Darauf aufbauend werden nun in einem sogenannten Weißbuch konkrete Handlungsempfehlungen für die integrierte Entwicklung von Stadtgrün erarbeitet. Dabei geht es nicht nur um quantitative, sondern vor allem auch um qualitative Verbesserungen. Geprüft wird, auf welche Art und Weise der Bund die Kommunen beispielsweise durch gezielte Fördermaßnahmen, bessere Verankerung der grünen Infrastruktur im Städtebaurecht sowie bei Entwicklung von Richtlinien und Leitlinien noch besser unterstützen kann. Dies soll in Abstimmung mit Ländern, Kommunen, Verbänden, Zivilgesellschaft, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis und weiteren Akteuren erfolgen.

Im Juli dieses Jahres gab Barbara Hendricks zudem den Startschuss zum Bundeswettbewerb "Gärten im Städtebau" 2018, dem wichtigsten Ideenwettbewerb zur urbanen Gartenkultur, der besondere ökologische, gartenkulturelle und soziale Impulse von Kleingärten würdigt. Bis zum Finale der deutschen Meisterschaft der Kleingärtnervereine im Sommer 2018 bleiben also noch knapp zwei Jahre.   

Brigitte Einführ, Verlag W. Wächter


Fotos: 1, 2: Wolfgang Hemmann | 3, 4: Michael Gottschalk