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30.11.2015

Winterlinde – Baum des Jahres 2016

WinterlindeFotos: Tom WagnerDie Winter-Linde (Tilia cordata) ist der Baum des Jahres 2016. Die Stiftung Baum des Jahres würdigt damit die Linde als Baum mit den vielfältigsten Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten, der höchsten Wertschätzung und der größten Bedeutung in der Mythologie.

Linden sind die häufigsten Bäume Deutschlands und Mitteleuropas in Stadt und Landschaft. Am bekanntesten sind sicherlich die beiden Schwestern: die starkwüchsige Sommer-Linde (Tilia platyphyllos) und die etwas zierlichere Winter-Linde (Tilia cordata). Die Sommer-Linde war bereits 1991 einer unserer ersten Bäume des Jahres.


Der auch für Nicht-Fachleute augenfällige Unterschied zwischen Winter- und Sommer-Linde liegt in deren Wuchshöhe und in der Form der Blätter. Die Winter-Linde wird nur etwa 15 - 25 Meter hoch, wohingegen Sommer-Linden über 40 Meter hoch werden können. Ihre großen Blätter und ihr hoher Wuchs geben so viel Schatten, dass diese Bäume früher häufig an Gerichtsplätzen, Tanzstätten oder kultischen Orten angepflanzt wurden. Die Blätter der Sommer-Linde sind herzförmig und bis zu 12 Zentimeter lang. Die Blätter der Winter-Linde, auch Kleinblättrige Linde genannt, sind im Umriss fast kreisrund. Die Krone der Winter-Linde, Ihr Habitus, hat die Form eines Herzens mit der Spitze nach oben. Mit ihrer leuchtend goldgelben Herbstfärbung ist sie der Schmuck vieler Gärten und Parks.



Die Blüten der Winter-Linde öffnen sich zur Freude der Imker erst im Juli, daher auch der deutsche Name Spät-Linde. Wenn Linden blühen, kann man schon auf größere Ent­fer­nung ihren charakteristischen Honigduft wahrnehmen.

Als Stadtbaum ist die Linde sehr beliebt. Sie ist eine wichtige Bienenweide, zudem sehr anspruchslos und tolerant, was den Standort angeht. Linden haben kaum Krankheiten oder Schäden und erreichen ein hohes Lebensalter (bis zu 1000 Jahre). Ärgerlich kann allerdings der aus Lindenkronen tropfende Honigtau werden. Die Zuckerwasser-Tröpfchen sind zwar vollkommen unschädlich, machen aber Fahrräder, Autos und Bänke für kurze Zeit klebrig. Der Belag ist jedoch mit Wasser leicht abzuwaschen.
Linden sind geeignet für Alleen, Parkplätze, Parks, Promenaden und Fußgängerzonen, aber auch für große Gärten und als Hausbaum.


In der Naturheilkunde haben vor allem die Lindenblüten große Bedeutung: Lin­den­blü­ten­ho­nig, aber auch Lindenblütentee und -umschläge, sogar Öl wird aus Lindenblüten hergestellt.


Die Linde ist das Symbol der Liebe, der Güte, der Gastfreundschaft und Bescheidenheit. Der häufigste Gasthausname in Deutschland ist mit über 1000 Nennungen „Zur Linde“. Zahlreiche Orts- und Personennamen gehen auf die Linde zurück.
 


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Mitte: Stiftung Baum des Jahres