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08.07.2015

Schmetterlinge schützen

Schmetterling-7Fotos: Tom WagnerSchmetterlinge gehören zu den beliebtesten Tieren, sicherlich sind sie die be­lieb­tes­ten Insekten. Die zu den Ordnung der Schuppenflügler (Lepidoptera) gehörenden Falter hatten früher geradezu mythische Bedeutung: die alten Griechen nannten den Schmetterling „psyche“, gleichbedeutend mit Hauch, Atem, Seele.

Leider gehören Schmetterlinge aber auch zu den am stärksten vom Aussterben be­droh­ten Arten. Auch wer in seiner Umgebung einzelne Schmetterlinge in großer Zahl be­ob­ach­ten kann, wird meist Angehörige einiger weniger „Allerwelts-Arten“ wie Kohlweißling oder Kleiner Fuchs finden. Viele andere Arten haben dagegen ihre angestammten Lebensräume verloren. Dass Schmetterlinge vom Aussterben bedroht sind, ist nicht auf Deutschland beschränkt, sondern eine gesamteuropäische Erscheinung. Etwa 20 Arten sind noch weit verbreitet – das sind gerade mal 4 Prozent aller europäischen Tagfalter-Arten. Dagegen finden sich 198 Arten (also 40 Prozent) nur noch auf 1 Prozent oder weniger der Fläche Europas.

Die Ursachen für den Artenschwund lassen sich nicht einfach rückgängig machen, vor allem nicht schnell und von einem einzelnen Schmetterlingsfreund. Trotzdem hat jeder Gartenfreund, jede Gartenfreundin die Möglichkeit, den Garten in ein Schmetterlings-Paradies zu verwandeln. Das ist gar nicht so schwierig, im Grunde reicht die Beachtung dreier Grundregeln:

Schmetterlinge lieben Abwechslung
Die einzelnen Arten brauchen sehr unterschiedliche Lebensräume. Und selbst eine Art ist oft auf Vielfalt angewiesen. Ein Grund dafür ist der Lebenszyklus mit den vier Ent­wick­lungs­sta­dien Ei – Raupe – Puppe – Imago (wie man den ausgewachsenen Schmetterling nennt). Bei manchen Arten ist die Raupe auf andere Pflanzen angewiesen als der erwachsene Schmetterling. Nur wo beides zur Verfügung steht, kann sich diese Art ansiedeln. Deshalb wird ein schmetterlingsfreundlicher Garten Abwechslung bieten: zwischen feucht und trocken, Licht und Schatten, offener Wiese und Gesträuch.
Viele Schmetterlings-Arten sind auf ganz bestimmte Pflanzen als Nahrungsquelle für die Raupen einerseits, und für den Schmetterling andererseits angewiesen. In einer jahrtausendelangen Entwicklung haben sich die Schmetterlingsarten auf „ihre“ Pflanzen spezialisiert, und das sind naturgemäß ursprüngliche „heimische“ Pflanzenarten. Mit importierten Exoten oder vielen Zuchtformen können die meisten Schmetterlinge, wie viele andere einheimische Insekten übrigens, wenig anfangen. Deshalb sollte man in seinemGarten den standort- und damit schmetterlingsgerechten Pflanzen genügend Platz einräumen.

Keine Regel ohne Ausnahme
Selbstverständlich müssen jetzt nicht alle fremden Pflanzenarten aus dem Garten verbannt werden. Ein Garten kann – neben den einheimischen Arten – auch manchen Exoten Platz bieten. Und einige dieser „Fremdlinge“ werden sogar ausgesprochen gern von Schmetterlingen angenommen. Bekanntestes Beispiel ist der Sommerflieder (Buddleia), der aus gutem Grund auch „Schmetterlingsstrauch“ genannt wird.


Mut zur Wildnis
Auf einem akkurat gepflegten englischen Rasen umgeben von penibel gestutzten Koniferen wird kaum ein Schmetterling überleben. Neben Blütenpflanzen benötigen Schmetterlinge gerade auch vom Gärtner wenig geliebte Gewächse wie Brennnessel und Distel. Natürlich muss deshalb der Garten nicht gleich in eine Brennnessel-Plantage umgewandelt werden. Doch vielleicht gibt es eine abgelegene Ecke, etwa am Kom­post­platz, in der man es einfach wachsen lassen kann. Vielleicht kann auf einem Streifen des Rasens auf eine regelmäßige Mahd verzichtet und bunter „Wildwuchs“ zugelassen werden. Vielleicht pflanzt man sogar ganz bewusst die eine oder andere „Schmet­ter­lings­pflan­ze“ an. Grundsätzlich gilt: je naturnäher der Garten ist, desto eher werden sich auch Schmetterlinge darin wohlfühlen.
 

Mehr Tipps gibt’s beim BDG-Partner BUND: www.bund.net/schmetterlinge


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