01.04.2015

Hummeln schützen und fördern

Hummel-1Fotos: Tom WagnerHummeln sind die Frühlingsboten unter den Insekten. Sie gehören zu den Wild­bie­nen­ar­ten. Als erste Blütenbestäuber im Jahr sind sie bereits bei niedrigen Temperaturen und noch vor ihren Verwandten, den Solitär- und Honigbienen, unterwegs. Ihr Vorteil: Durch ihre Flugmuskulatur besitzen sie eine ausgeklügelte „Heizung“ und auch die dichte Behaarung hilft ihnen, Energie zu sparen. So sind sie besonders gut an Kälte angepasst und können während kühler Witterungsperioden wichtige Be­stäu­bungs­diens­te übernehmen, wenn andere Bienenarten noch nicht beziehungsweise nicht mehr ausfliegen. Für die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen kommt ihnen daher eine besondere Bedeutung zu. Außerdem sind viele Nutz- und Wildpflanzen speziell auf die Bestäubung durch Hummeln angewiesen, viele Blütenpflanzen und Hummeln sind koevolutionär angepasst.

Wer möchte, kann den Hummeln neben einem geeigneten Nahrungsangebot im zeitigen Frühjahr auch noch einen Nistplatz anbieten. Hummelkästen gibt es als Bausatz zu kaufen oder man kann sie ganz leicht selbst anfertigen. Ein naturnaher Garten und auch ein Balkon können so für die Hummeln so zu einem willkommenen Überlebensraum werden.

Hummeln verfügen zwar über einen kleinen Wehrstachel, setzen diesen jedoch so gut wie nie ein. Sie sind äußerst friedlich und können sogar vorsichtig auf die Hand ge­nom­men werden. Wenn im Frühjahr die Königinnen auf Nestsuche sind, ist es manchmal sogar erforderlich, die Tiere anzufassen, um sie auf den rechten Weg zu bringen. Hummeln benutzen ein Nest selten zweimal. Dennoch muss nicht jedes Jahr ein neuer Hummelkasten gebaut werden. Kontrollieren Sie am alten Hummelkasten, ob Ein­flug­schnei­se und Schlupfloch noch zugänglich sind und ob im Innenraum genügend Platz vorhanden ist. Räumen Sie den Hummelkasten von toten Hummeln und Ver­un­rei­ni­gun­gen und setzen Sie ihn wieder an seinen Platz. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn jedes Jahr im Herbst tote Hummeln unter den Bäumen liegen. Das ist der Lauf der Natur. Nur die befruchteten Königinnen überwintern und gründen im Frühjahr einen neuen Staat.

Wenn Sie im Frühjahr eine geschwächte Hummel-Majestät in Ihrem Garten finden, helfen Sie ihr mit einem Esslöffel Zuckerwasser oder verdünntem Honig. Setzen Sie die Königin anschließend direkt am Hummelkasten ab. Mit etwas Glück baut die Königin ihre erste Wabe, legt einige erste Eier und versorgt die daraus schlüpfenden Larven mit Pollen, den sie an Blüten sammelt. Für sich selbst braucht sie Nektar, den sie als Schlechtwettervorrat zu Honig umwandelt und in Wachstöpfchen lagert. Wer jetzt im zeitigen Frühjahr einer Hummelkönigin hilft, rettet nicht nur ein einziges Tier, sondern gleich einen noch im Entstehen begriffenen Hummelstaat.

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