StartseiteGartenpraxisUmwelttippGehölzschnitt
01.02.2014

Gehölzschnitt noch im Februar erledigen!

GehölzschnittFotos 1-4: Tom Wagner

Hecken und Gehölzpflanzungen sind lebende Wände, die neben der Abgrenzung auch der räumlichen Gestaltung des Gartens und der Kleingartenanlage dienen. Im Garten- und Landschaftsbau sind geschnittene Hecken ein traditionelles und sehr altes Ge­stal­tungs­ele­ment. Hecken haben aber nicht nur dekorativen Wert, sie sorgen außerdem für ein günstiges Kleinklima, spenden Schatten und sind Refugium für vielerlei Getier im Kleingarten.

Hecken können rein gärtnerisch eigentlich zu jedem beliebigen Zeitpunkt geschnitten werden ohne Schaden anzurichten. Nur Frühlingsblüher wie Forsythie, Mahonie und Scheinquitte werden direkt nach der Blüte geschnitten. Als Faustregel gilt: Früh­jahrs­schnitt bis Mitte März und/oder Sommerschnitt Ende Juli. Die Temperaturen im Winter sollten nicht unter minus 5 Grad Celsius liegen.

Besonders frei wachsende Hecken bieten Vögeln und anderen Tieren in Gärten, Parks und Kleingartenanlagen wichtige Deckung. Nicht nur natürliche Feinde wie Elstern und Eichhörnchen, sondern auch Hauskatzen, die in vielen Gärten häufig auftauchen, erkennen im Dickicht getarnte Tiere weniger leicht.

Zu beachten ist jedoch, dass Zeitpunkt und Umfang von Schnittmaßnahmen nicht im bloßen persönlichen Ermessen der Gartenbesitzer oder -pächter liegen, sondern im Bundesnaturschutzgesetz und daraus folgend den Landschafts- bzw. Na­tur­schutz­ge­setz- gebungen der Länder geregelt sind. In der Zeit vom 1. März bis zum 30. September ist es untersagt, Hecken, Wallhecken, Gebüsche sowie Röhricht- und Schilfbestände zu roden, zurückzuschneiden oder zu zerstören. Nun muss deshalb niemand gesetzlich verordneten Wildwuchs bei Formhecken befürchten. Erlaubt sind in dieser Zeit schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen. Aber auch hierbei gilt: Vor dem Schnitt sollten die Gehölze vorsichtig nach Brutvögeln durchsucht und eventuell auf motorisiertes Werkzeug verzichtet werden.

Alle umfangreicheren Arbeiten, die nicht bis zum Oktober aufgeschoben werden können, müssen daher noch im Februar durchgeführt werden. Diese Regelung schließt auch private Grundstücke ein. Sie dient dem Schutz von Wildtieren und insbesondere von Vogelbruten, gilt aber grundsätzlich, das heißt unabhängig davon, ob Tiere beobachtet wurden oder nicht.

Auch außerhalb der Frist verbietet das Bundesnaturschutzgesetz, ohne vernünftigen Grund Lebensstätten wildlebender Tierarten zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Das kann zum Beispiel auch unbeabsichtigt beim Entfernen von Fassadenbegrünungen geschehen. bErlaubt sind Maßnahmen, die aufgrund ausdrücklicher behördlicher Zulassung vorgenommen werden und nicht aufgeschoben werden können. Hierzu gehört zum Beispiel die Beseitigung von Gehölzen zur Durchführung einer genehmigten Baumaßnahme.

Vogelnest-1Gehölzschnitt-1Vogelnest-2