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28.02.2014

Der Grünspecht ist „Vogel des Jahres 2014“

Grünspecht-1Fotos 1-3: NABU – Rössner, Kühn, MartinDer NABU und der Bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben den Grünspecht (Picus viridis) zum „Vogel des Jahres 2014“ gekürt.

Der Bestand des Grünspechts hat sich in Deutschland erholt: Er liegt laut NABU derzeit bei über 42.000 Brutpaaren und damit doppelt so hoch wie vor 20 Jahren. Seine Be­stands­er­ho­lung verdankt der Grünspecht einer Reihe von milden Wintern und einer zunehmenden Einwanderung in städtische Grünflächen, also auch in Kleingärten.

Der Grünspecht findet überall ein Zuhause, wo es alte Bäume zum Bau von Nisthöhlen und Grünland mit ausreichend Ameisen als Futter gibt. Mit seinem Schnabel und der bis zu zehn Zentimeter langen klebrigen Zunge kann er seine Leibspeise aus dem Boden oder aus den Bäumen herausholen.

Auffälligstes Merkmal ist sein Ruf, der einem gellenden Lachen gleicht. Dieser ist zu jeder Jahreszeit zu hören. Der Grünspecht ist nach dem Buntspecht und vor dem Schwarz­specht die zweithäufigste Spechtart Deutschlands. Aufmerksame Beobachter können ihn in halboffenen Waldlandschaften, Gärten und Parks oder auf Streuobstwiesen und Brachen finden – überall dort, wo Grünland mit alten Bäumen vorkommt.

Der Grünspecht ist vom Morgengrauen bis zur Dämmerung aktiv und bleibt seinem Revier treu. Täglich fliegt er die gleichen Routen und besucht dieselben Plätze, um Ameisen zu finden. Von allen Spechten ist er am stärksten auf sie spezialisiert. Auch seine Jungvögel füttert der Grünspecht ausschließlich mit Ameisen. Während andere Spechte ihre Nahrung an Bäumen finden, sucht er gezielt auf lockeren Böden mit wenig Vegetation oder kahlen Stellen.

Besonders geeignete Bedingungen findet der Grünspecht auf Streuobstwiesen. Da Streuobstwiesen für den Grünspecht immer seltener zu finden sind, hat die Vogelart stattdessen den Siedlungsraum für sich entdeckt – hier nehmen ihre Bestände zu. Im städtischen Bereich bieten besonders alte Parks, Industriebrachen, Ortsränder und Gegenden mit altem Baumbestand ideale Bedingungen für den Grünspecht.

Hier können auch Kleingärtner etwas für den Grünspecht tun. Nicht mehr genutzte Parzellen mit altem Obstbaumbestand können zu grünsprecht-freundlichen Streu­obst­wie­sen rückgebaut werden, dicke Bäume – zum Beispiel auf Gemeinschaftsflächen als Höhlenbäume erhalten werden. Weitere Informationen zum Vogel des Jahres sowie umfangreiches Material zum Herunterladen bietet der NABU.
 

 

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