01.10.2013

Äpfel richtig lagern

Äpfel
Der Oktober ist die Haupterntezeit der Äpfel. Die oft üppige Ernte muss jedoch nicht durchweg zu Most oder Mus verarbeitet werden. Viele Apfelsorten eigen sich her­vor­ra­gend zur Lagerung. Damit die Äpfel auch im Frühjahr noch knackig sind, gilt es, optimale Lagerbedingungen im Haushalt zu schaffen. Denn Äpfel reifen nach und altern.

Äpfel verändern sich nach der Ernte, sie reifen nach und altern. Während der Nach­rei­fe werden Stärkereste zu Zucker abgebaut und Glucose in die süßere Fructose um­ge­wan­delt. Dadurch verbessern die Äpfel ihr Aroma und schmecken süßer. Doch mit zunehmender Lagerdauer sinkt der Vitamingehalt, die Frucht verliert an Feuch­tig­keit, wird zunehmend runzelig und mehlig. Das Fruchtfleisch färbt sich braun und der Apfel verdirbt letztendlich. Dieser biologische Prozess lässt sich gezielt durch folgende Lagerbedingungen verlangsamen:

  • niedrige Lagertemperatur, optimal sind 4 °C
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • gezielte Belüftung
  • dunkler Keller, frostsichere Garage oder kühler Dachboden
  • ohne Berührung nebeneinander liegende Früchte.

Regalbretter und Obstkisten eignen sich gut, um Äpfel lagenweise zu stapeln, am besten mit Wellpappe zwischen den Lagen zum Schutz vor Druckstellen. Eine Folie über dem Apfelregal hält die Feuchtigkeit. Früchte mit Druckstellen, Fraßspuren von Insekten, braunen oder sogar schimmligen Stellen müssen aussortiert werden. Apfelsorten, die sich gut lagern lassen, sind:

Berlepsch, Boskoop, Braeburn, Elstar, Gala, Jonagold, Idared, Pinova, Rubinette und Topaz. Dagegen eignen sich Sommersorten wie Klarapfel oder Delbarestivale, aber auch James Grieve oder Gravensteiner weniger zur Lagerung.

Ideal für die Lagerung ist ein luftiger Gewölbekeller (Klinkermauerwerk) mit Lehm­boden oder lose eingelegten Ziegelsteinen ohne Heizungsrohre. Hier herrscht die notwendige hohe Luftfeuchtigkeit und eine ausgeglichene Temperatur. Normale Keller sind aber wegen ihrer Trockenheit und Wärme für die La­ge­rung von Äpfeln meist ungeeignet.

Alternativ kann für die Lagerung auch eine Garage oder ein Schuppen genutzt werden. Bei Frost müssen die Äpfel dann aber mit Sackleinen oder Tuch abgedeckt werden. Wer einen Garten zur Verfügung hat, kann dort einen Erdkeller für die La­ge­rung von Obst und Gemüse einrichten. Durch eine entsprechende Gestaltung mit zum Beispiel einer Trockenmauer und der Bepflanzung mit heimischen Stauden und Sträuchern entsteht so auch ein neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Für talentierte Hobbybastler gibt es inzwischen auch schon recht preiswerte Bausätze für solche interessanten Baulichkeiten im Garten. (www.schwedenservice24.de)

Ernte, Pflück- und Genussreife
Beachten Sie: jeder schöne Herbsttag fördert die Fruchtqualität des Lagerobstes am Baum. Nur Äpfel mit Stiel, in optimaler Qualität ohne Druck- und Faulstellen werden eingelagert. Auch auf Bohrlöcher und Fraßstellen von Schädlingen muss geachtet werden. Deshalb müssen die Äpfel bereits bei der Ernte äußerst sorgfältig behandelt und vorsichtig in Körbe oder Kistengelegt werden. Idealerweise kommen sie direkt vom Zweig in die Apfelstiegen. Dies erspart einen weiteren Arbeitsgang und vermindert Druckstellen. Die Einlagerung erfolgt nach Sorten getrennt, da sich die Lagerfähigkeit erheblich unterscheidet. Hilfreich ist es, wenn man die Kisten mit den Sortennamen beschriftet und die Lagerdauer notiert.

Äpfel sollten immer getrennt von Gemüse gelagert werden, sonst gammelt alles andere dahin. Äpfel verströmen das natürliche „Reifegas“ Ethen. Es lässt grüne Pflanzenteile rasch vergilben sowie Obst und Gemüse schneller altern. Die Früchte werden am besten in flachen Stiegen (Holzkisten) oder auf großflächigen Regalböden ausgebreitet. Besonders komfortabel sind spezielle Apfelhorden oder Apfelstiegen, die der BUND Lemgo zum Beispiel in seiner Werkstatt der Lebenshife anfertigt und vertreibt. Die Stiegen eignen sich auch zur Einlagerung von Möhren, Sellerie, Zwiebeln oder Kartoffeln.
(www.bund-lemgo.de/lagerung-von-aepfeln.html). Damit Mäuse nicht an die Äpfel gelangen, sollten die Kisten z.B. auf einem Tisch mit Stahlbeinen ruhen. Die Apfelhorde kann notfalls zusätzlich mit kleinmaschigem Draht geschützt werden.

Äpfel werden stets mit dem Stiel nach unten eingelagert. Zu Beginn sollte das Lager einmal wöchentlich kontrolliert und angefaulte Äpfel sofort entfernt werden. Wer beschädigte Äpfel nicht mehr selbst nutzen möchte, legt sie für die Vögel im Garten aus. Weichfutterfresser wie Amseln und Drosseln, aber auch Stare und Sperlinge nehmen die „Spende“ dankbar an. Die Futterstelle sollte frei zugängig sein, damit sich Katzen nicht anschleichen können. Nach dem ersten Lagermonat reicht ein Kon­troll­ab­stand von zwei bis drei Wochen.

Manche Apfelsorten benötigen einige Wochen und Monate, ehe sie ihr volles Aroma entfalten. So haben der Weiße Winterglockenapfel oder die Landsberger Renette ihre Pflückreife bereits im Oktober, ihre volle Genussreife aber erst ab Januar des kommenden Jahres erreicht.

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